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Libellen

Mit ca. 900 000 Insektenarten sind die Insekten (Kerbtiere) die Tierklasse mit den meisten Arten. Einige von ihnen leben ständig im Wasser. Zumindest machen doch etliche hier ihre Entwicklung vom Ei bis zum Vollinsekt durch. Somit haben Angler am Wasser - bewußt oder unbewußt - häufiger Kontakt mit Insekten, wurden wir doch schon alle beim Angeln durch Mücken, Bremsen oder Ameisen belästigt.

Die meisten Insekten entwickeln sich wie folgt (hier am Beispiel einer Schmeißfliege): Fliege - Ei - Made - Puppe - Fliege

 

Bald nach der Befruchtung legt das 
Weibchen ihre Eier dort ab, wo der 
  Nachwuchs hinreichend Nahrung findet.
Aus den Eiern schlüpfen die jedem
Angler als Köder gut bekannten Maden.
 .
Die Maden verpuppen sich. Die Puppe zeigt äußerlich keine Bewegungen.
n
Aus der Puppenhülle schlüpft wieder eine Fliege. 
.

 

Insekten erkennt man leicht am dreigegliederten Körperbau: Kopf (Caput) mit zwei Augen und Fühlern sowie den Mundwerkzeugen, dem Brustteil (Thorax) mit sechs Beinen und - wenn vorhanden - einem oder zwei Flügelpaaren und dem Hinterleib (Abdomen). Der Körper wird von einer relativ festen Chitinhülle umschlossen. Die Weibchen besitzen an dessen Ende des Hinterleibes einen "Legeapparat" zur Eiablage, und einige sind dort auch mit einem Giftstachel ausgestattet. 

 

Insektenkörperbau am Beispiel einer Blaugrünen Mosaikjungfer

 

Libellen fallen am Wasser durch ihre Körperfärbung und Flugkünste besonders auf. Sie leben räuberisch und neigen auch zum Kannibalismus. Ihre Beute fangen sie im Flug. Ein sehr beweglicher Kopf, große, leistungsstarke Facettenaugen und die beiden in ihrer Beweglichkeit voneinander unabhängigen Flügelpaare machen ihnen diese Lebensweise möglich.

 

Facettenaugen einer Großlibelle bestehen aus
bis über 25000 Einzelaugen

Eine Libelle "steht" in der Luft
.
  Großlibelle
.
Kleinlibelle
.
Man unterscheidet zwischen Groß- und Kleinlibellen. Merkmale - Großlibellen: große Facettenaugen, Flügel stehen in Ruhestellung seitlich ab, schnelle Flieger 
Kleinlibellen - Augen seitlich am Kopf, Flügel in Ruhe über dem Hinterleib, Flatterflug;

 

Kleinlibellen stecken die Eier stets in Pflanzenteile, Großlibellen legen sie weitgehend im Wasser ab. Ihre Larven entwickeln sich im Wasser. Sie ernähren sich von Kleintieren wie z. B. Insektenlarven, Kleinkrebsen und auch Fischbrut. Dazu sind die Larven mit einer   Fangmaske ausgestattet (Bild unten). Gleichzeitig sind sie aber auch Nahrung für Fische.

 

Kleinlibellenlarven erkennt man an den drei dünnen Ruderblättchen am Hinterleibsende.

 

Großlibellenarve: Blaugrüne Mosaikjungfer Großlibellenlarve: Vierfleck  

 

Fünf Dornen am Hinterleibsende sind ein Merkmal der Großlibellenlarven. Die Fangmaske wird zum Erbeuten von
Kleintieren blitzschnell vorgestreckt. Das Leben als Larve kann von zwei Monaten bis zu fünf Jahre dauern. Am Ende
der Entwicklung kriecht die Libellenlarve meist an einem Pflanzenteil aus dem Wasser. Das Puppenstadium fehlt bei 
den Libellen (unvollständige Metamorphose). Aus der Larvenhülle schlüpft eine Libelle.

 

Bauchseite einer Mosaikjungferlarve
..
Nur zum Teil vorgestreckte  Fangmaske einer Mosaikjungferlarve

 Wie aus einer Larve eine Libelle schlüpft

Die Libellenlarve verläßt das Wasser. 
.
Ihre Hülle platzt im Brustteil auf. 
.
Geschafft, die Flügel strecken sich,
das "weiche" Insekt kommt heraus.

 

Die noch weiche Chitinhülle  erhärtet langsam, die Flügel strecken sich.  Die Flügel haben ihre volle Größe erreicht.  Mit fester Chitinhülle und festen Flügeln startet die Libelle ins Leben.

 

Azurjungfern  bei der Paarung und Eiablage Frisch geschlüpfte Großlibelle mit Larvenhülle 

 

Viel Erfolg bei der Fischerprüfung!