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Angeln im Romsdalfjord

Vielleicht ein Traum - Angeln in Norwegens fischreichen Fjorden?  Hier einige Informationen zum Romsdalfjord.

 

Der Romsdalfjord liegt ca. 500 Autokilometer (E 06 und E 136) nördlich von Oslo. Molde ist mit einem Flugplatz ausgestattet.

 

Auf der Fahrt über die E 6 und E 136 zeigt sich bereits die reizvolle norwegische Landschaft mit seinen Gewässern, Wäldern,
Bergen und kleinen Dörfern. Mit über 50 km Länge und z. T. mehr als 10 km Breite ist der Romsdalfjord bekannt für seinen
Köhlerreichtum.  

 

Bei grauem Himmel hüllt sich das glasklare, sonst blaue Wasser ebenfalls in Grau. 

 

Morgennebel im August über dem Fjord. Da fährt kein ver-
nünftiger Angler raus, denn das gute Wetter läßt an ...

..

... solchen  Tagen nicht lange auf sich warten. Die kleinen Boote
mit einem 25 PS-Motor sind hier am Fjord für zwei  Personen 
ausreichend. Wichtig ist: sich unbedingt über die Windstärken
des Tages zu informieren, um böses Erwachen zu vermeiden.

 

Und schon geht es mit zwei Mann in einem Boot ab zum 
Angeln auf Köhler, auf die haben wir es abgesehen.  
Die naheliegende Lachsfarm wirkt eher störend. Wir halten den 
nötigen Abstand. Im Hintergrund links liegt der Ort Vågstranda.

 

Da hängen sie bereits am Haken der 60g-Pilker: Köhler (Handelsname: Seelachs, links) und Pollack.

     

       
Mit solchen Fischen kann man schon recht zufrieden sein (links: Köhler - 83 cm; rechts Pollack 70 und 72 cm). Beides sind dorsch-
artige Fische. Köhler werden bis über 120 cm, Pollacks bis 1 m lang. Der Katzenhai (rechts) kommt wieder frei ( in Norwegen
geschützt).

 

Bei guitem Fang ist man nicht lange alleine. Bis über dreißig 
Boote gleichzeitig konnten an guten Köhlerfangplätzen von uns
gezählt werden. Und trotzdem verläuft sich alles auf dem weit-
läufigen Romsdalfjord. Manche Angler sind mit einem Fernglas
ausgestattet dem Geschehen stets ganz nah. 
Der Fisch sollte wegen der Haltbarkeit möglichst bald noch an
 Bord ausgenommen werden, das Köhlerfleisch bleibt dann
hell. Der Magen ist zur Zeit der Brislinge (Breitling/Europ.
Sprotte max. ca. 15 cm lang, Schwarmfisch) oft prall gefüllt.
.  

 

Die vielen "Brislingsschwärme" sind eine Ursache für den 
Fischreichtum in diesem Fjord. Die im Bild sprudelten aus 
dem Maul eines gefangenen Köhlers.
Der Dorsch zählt hier ebenfalls zu den häufigen Fischarten. 
Man muß schon die Stellen kennen, wo der Fisch zu fangen ist.
Häufig sind das flachere Bereiche mit etwas Kraut am Grund.

 

Schellfisch (links) und Rotbarsch (rechts) zählen ebenfalls zur möglichen Beute im Romsdalfjord.
Der Rotbarsch bleibt im Fjord meist klein (unter 25 cm).

     

Zwei Makrelen - im Juli/August bekommt man sie schnell an
die Haken des Systems
.
Manchmal kommen auch exotisch wirkende Fische an die
Oberfläche: ein Lippfisch.
 

 

Nach sechs bis sieben Stunden Angeln wird es höchste Zeit, den Fang zu filetieren, portionsweise in Gefrierbeutel zu packen oder
in Folie zu wickeln und in der Gefriertruhe zu verstauen. Zum Heimtransport werden die Filets in Styroporboxen gepackt. Mit
Klebeband dicht verschlossen sind sie darin nach 20 Stunden immer noch fest  gefroren. Bis 15 kg Fisch und ein Trophäenfisch
dürfen pro Person mitgenommen werden.

 

    Wie erkenne ich schnell, ob ich einen Dorsch, Köhler, Pollack oder Schellfisch am Haken habe?

Gemeinsame äußere Merkmale der Dorschfische: drei Rückenflossen (oder zwei - erste kurz, zweite lang ausgezogen wie beim Leng, Lumb oder Seehecht), 
zwei Afterflossen (oder eine lang ausgezogene, z.B. bei Leng, Lumb, Seehecht), kehlständige Bauchflossen.

Der Köhler hat ein oberständiges Maul und eine gerade, helle
Seitenlinie, die Bartel ist sehr kurz oder fehlt ganz. 
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Den Dorsch erkennt man an seiner langen Bartel, der Körper ist
marmoriert (mit braunen bis rötlichen Flecken versehen). Die
helle Seitenlinie steigt über dem After zum Kopf hin an. In den 
unterschiedlichen Fjorden haben sich z.T. leicht variierende 
Dorschrassen ausgebildet, die sich aber alle sehr ähnlich sind. 

 

Der Pollack besitzt ein deutlich oberständiges Maul, eine Bartel
fehlt ihm. Die dunkle Seitenlinie steigt ab der ersten Rückenflos-
se zum hin Kopf an und endet  oberhalb des Kiemedeckels.
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Der Schellfisch ist wegen des deutlichen dunklen Fleckes  über
der Brustflosse nicht zu verwechseln. Sein Maul ist unterständig.
Die Schwanzflosse ist eingebuchtet. Die dunkle Seitenlinie
beginnt oberhalb des Kiemendeckels und fällt  bis zur
Schwanzmitte im Bogen ab. (Der dunkle Fleck ist im Bild z.T.
von der Brustflosse verdeckt - siehe Pfeil.)

                 

Angelgeräte für Köhler & Co. 

Rute: Sie sollte ein Mindestwurfgewicht nicht unter 50 g haben und muß 100 g aber nicht überschreiten. Ein geringes Ruten
gewicht macht das lange andauerndes Angeln wesentlich angenehmer.
Rolle: Eine stabile Stationärrolle mit guter Schnurbremse reicht aus. Sie sollte mindestens 200 m einer tragfähigen Schnur fassen.
SchnurMonofile Schnüre - Ø 0,30 bis 0,40 mm; dicke monofile Schnur erhält bei starker Drift mehr Druck und treibt leichter ab.
Der Anbiß ist durch die Schnurdehnung wesentlich sanfter. Markierungen zur Wassertiefe mit einem wasserfesten Eddingstift
reiben sehr schnell ab. Tragkraft ca. 15 kg und mehr

Geflochtene Schnüre - Ø ab 0,12 mm. Sie treiben bei starker Drift nicht so leicht ab, besitzen aber kaum Dehnung. Der Anbiß 
des Köhlers ist hart, es besteht direkter Kontakt zum Fisch. Unbedingt Schnurbremse und Schnurtragkraft aufeinander
abstimmen. Markierungen zur Wassertiefe mit einen wasserfesten Eddingstift halten gut auf der geflochtenen Schnur.

Pilker:   Ein kleines Pilkersortiment (50 g bis 80 g; zum Fischen auf Grund in größeren Tiefen auch 100 g und mehr) ist
angemessen.  Bei den Wirbeln sollte ebenfalls auf eine angepaßte Tragkraft geachtet werden.