Die Homepage zur Fischerprüfung - Unterrichtsmaterial für Lehrgangsteilnehmer, Ausbilder, Fischereivereine und -verbände!

     Start     Kontakt      Aktuelles      Das Lehrbuch     Präsentationen        Bestellung     Bilder    Schonmaße     

Dreistachliger Stichling
(Gasterosteidae - Stichlinge)    

Dreistachlige Stichlinge werden kaum länger als 10 cm. Ihr Körper ist langgestreckt, der Schwanzstiel relativ dünn. Die Rückenflosse finden wir 
ähnlich wie beim Hecht weit nach hinten versetzt. Die etwas kleinere Afterflosse liegt fast genau unter der Rückenflosse. Bei den Bauchenflossen und
der Afterflosse fällt jeweils ein kräftiger Stachel auf. Vor der Rückenflosse sitzen drei weitere bewegliche Stacheln. Das Maul ist endständig. Schuppen
fehlen diesen kleinen possierlichen Fischen. Dafür sind ihre Flanken mit Knochenplatten besetzt. Fachleute unterscheiden danach drei verschiedene
Varianten: 

1. forma trachurus - Die Flanken sind vom Kiemendeckel bis zum Schwanz mit 29 bis 35 Knochenplatten bedeckt. 

2. forma semiarmatus - es gibt nur eine Reihe Knochenplatten [mit Caudalkiel] auf der vorderen Rumpfhälfte und den Schilden auf dem Schwanzstiel.

3. forma leiurus - höchstens zehn Platten auf dem vorderen Teil des Rumpfes.

Der Dreistachlige Stichling bewohnt sowohl Süßwasser als auch den Brack- und Salzwasserbereich. Stichlinge des Salzwassers ziehen zum Laichen ins
Süßwasser. Stichlinge des Süßwassers bevorzugen als Lebensraum stehende oder nicht zu schnell fließende, pflanzenreiche Gewässer mit sandigem bis
schlammigen Grund.

 

 

 

Kleine Teiche, Seen, Küstengewässer von Nord- und Ostsee sowie viele kleine bis ganz große
Fließgewässer sind bevorzugte Lebensräume des Dreistachligen Stichlings.

 

Regelmäßige (maschinelle) Gewässerräumungen zerstören seinen Lebensraum entscheidend. 
So ist der Stichling stellenweise recht selten geworden. Besonders bekannt ist er durch sein
Brutverhalten: Das Männchen betreibt intensive Brutpflege. Schon ab März suchen sich die
Männchen ein Brutrevier und bauen ein "Nest". Zur Zeit (Laichzeit) zeigen sich deutliche
Körperveränderungen: 

 

Die Augen des Männchens schimmern  hell 
türkisfarben, der Bauch wird   leuchtend rot.  
Das Weibchen bleibt schlicht silbrig und 
zeigt einen dicken Bauch voller Laich.

 

Mit dem Maul hebt das Männchen am Boden 
eine kleine Mulde aus, in die das Nest aus 
Fadenalgen und faserigen Pflanzenresten 
gebaut wird. Erkennen Sie den Eingang des 
Nestes? Ein mit dem Kopf  geformter runder 
Trichter.
Erscheint eine Stichlingsdame im Revier, 
lockt das Männchen sie mit aufgeregten,
ruckartigen Schwimmzügen zum Nesteingang
(Zick-Zack-Tanz). Sie schlüpft  hinein und
wartet auf das Signal des Männchens, um die
Eier abzulegen.

 

Erst wenn das Männchen den Hinterleib des Weibchens mit dem Maul betupft, erfolgt die
Eiablage. Anschließend begibt sich das Männchen in das Nest und befruchtet die Eier. Dieser
Laichvorgang kann sich mehrmals wiederholen, auch mit weiteren Weibchen. Danach wird die
Laichpartnerin vom Männchen rücksichtslos aus dem Revier vertrieben.

 

Im Aquarium ist das Weibchen nun unbedingt herauszunehmen und in die Freiheit zu entlassen.
Das Männchen vertreibt das Weibchen aus dem Revier. Kann es nicht fliehen, bedeutet es  für
sie das Ende!

 

Nun steht er vor dem Nest, paßt auf und 
fächelt mit den großen Brustflossen stets 
frisches Wasser in das Nest.
Mehrere Wochen beschützt das  Männchen
die Jungfische. Gut getarnt fallen sie kaum
auf.

        

Zum Füttern der Jungfische sind Wasserflöhe und Hüpferlinge ideal!

 

Mit zunehmender Größe der Jungfische erlischt der Pflegetrieb des Männchens langsam, seine 
auffälligen Körperfärbungen verlieren sich wieder.

Nach der Laichzeit leben diese Stichlinge häufig in größeren Gruppen (Schwärmen) zusammen. Ihr
Bedarf an Kleinkrebsen, Insektenlarven, Würmern und Fischbrut zur Ernährung ist groß. Selbst 
Fischlaich wird nicht verschmäht.

 

Ein naher Verwandter des Dreistachligen Stichlings ist der Zwerg- oder Neunstachlige Stichling.
Ihn kennzeichnen meist neun oder zehn kleine, aufstellbare Stacheln auf dem Rücken. Mit max. 7 cm
Länge bleibt er kleiner als der Dreistachlige Stichling, zeigt jedoch eine ähnliche Lebensweise und 
betreibt ebenfalls Brutpflege und ist  besonders in Gewässern des süddeutschen Raumes seltener als 
sein Verwandter.

 

Viel Erfolg bei der Fischerprüfung!