- Brauche ich in Brandenburg einen Angelschein?
- Sonderfall: Friedfisch ganz ohne Schein
- Raubfisch: Prüfung ist Pflicht
- Die Fischerprüfung in Brandenburg
- Onlinekurs: Vorbereitung von zu Hause
- Anbietervergleich
- Kosten & Fischereiabgabe
- Fischereischein beantragen
- Jugendfischereischein in Brandenburg
- Erlaubnisschein & Angelkarte
- Häufige Fragen
Brauche ich in Brandenburg einen Angelschein?
Das kommt darauf an, worauf du angeln willst – und genau das macht Brandenburg zum Sonderfall. Für das Angeln auf Friedfische brauchst du keinen Fischereischein und keine Prüfung. Für Raubfische hingegen ist der Fischereischein nach bestandener Fischerprüfung Pflicht. Zusätzlich brauchst du – wie überall – immer einen Erlaubnisschein für das konkrete Gewässer.
Damit ist Brandenburg deutlich niedrigschwelliger als die meisten anderen Bundesländer. Wer nur mal am Wochenende die Rute auswerfen will, kommt sehr schnell und günstig ans Wasser.
Friedfisch: Fischereiabgabemarke (Fischereiabgabe) + Erlaubnisschein fürs Gewässer. Kein Fischereischein, keine Prüfung.
Raubfisch: Fischereischein nach bestandener Prüfung + Fischereiabgabe + Erlaubnisschein.
Sonderfall Brandenburg: auf Friedfische ganz ohne Schein
Das ist die Besonderheit, für die Brandenburg bekannt ist: Du darfst auf Friedfische ohne Fischereischein und ohne bestandene Prüfung angeln. Es genügen die Fischereiabgabemarke und ein gültiger Erlaubnisschein für das Gewässer. Damit ist Brandenburg für Anfänger, Familien und Gelegenheitsangler eines der zugänglichsten Länder Deutschlands.
Friedfisch = ohne Fischereischein und ohne Prüfung. Für das Angeln auf Friedfische (z. B. Rotauge, Brasse, Karpfen, Schleie) genügen die Fischereiabgabemarke und ein Erlaubnisschein fürs Gewässer.
Raubfisch = Fischereischein nach bestandener Prüfung. Für Hecht, Zander, Wels & Co. ist die Fischerprüfung und der daraus folgende Fischereischein Pflicht.
Du kannst also sofort und ohne Prüfung mit dem Friedfischangeln loslegen.
Wegen dieser Regelung wird Brandenburg oft als Paradebeispiel beim Thema Angeln ohne Angelschein genannt. Wichtig zur Einordnung: „ohne Schein" heißt hier für den Friedfischbereich tatsächlich weitgehend prüfungs- und scheinfrei – die Fischereiabgabemarke und der Erlaubnisschein bleiben aber Pflicht. Einen Überblick über alle bundesweiten Sonderregeln findest du auf unserer Seite Angeln ohne Angelschein.
Raubfisch angeln: die Fischerprüfung ist Pflicht
Sobald du gezielt auf Raubfische gehst – Hecht, Zander, Wels und Co. – reicht die Friedfischregelung nicht mehr. Für das Raubfischangeln verlangt Brandenburg den Fischereischein, den du nur nach bestandener Fischerprüfung bekommst. Hintergrund ist der Tier- und Naturschutz: Raubfischangeln erfordert mehr Wissen über Methoden, waidgerechten Umgang und Schonzeiten.
Für dich bedeutet das:
- Du willst einfach entspannt Friedfische fangen? Dann genügen Abgabemarke und Erlaubnisschein.
- Du willst auf Raubfisch angeln oder dir alle Möglichkeiten offenhalten? Dann brauchst du die Fischerprüfung und den Fischereischein.
Die genaue Abgrenzung zwischen Fried- und Raubfisch sowie alle Details zur Scheinausstellung legt die zuständige Fischereibehörde bzw. der Landkreis fest. Frage im Zweifel dort oder beim Landesanglerverband nach.
Die Fischerprüfung in Brandenburg
Wer den vollen Umfang – also auch Raubfisch – abdecken will, legt die Fischerprüfung ab. Sie wird in der Regel als schriftliche Prüfung im Multiple-Choice-Verfahren abgenommen und deckt die klassischen Themengebiete ab:
- Allgemeine und spezielle Fischkunde – Fischarten, Anatomie, Lebensweise
- Fischhege und Fischbewirtschaftung – Schonzeiten, Mindestmaße, Bestandspflege
- Gewässerkunde und Gewässerschutz – Ökologie, Wasserqualität
- Gerätekunde – Ruten, Rollen, Montagen, waidgerechte Ausrüstung
- Rechtsvorschriften und Tierschutz – Fischereirecht, Natur- und Tierschutz
| Merkmal | Brandenburg (Richtwert) |
|---|---|
| Format | Multiple Choice, schriftlich |
| Themengebiete | i. d. R. fünf Prüfungsfächer |
| Bestehensgrenze | i. d. R. Mehrheit der Fragen je Fach richtig |
| Vorbereitung | Präsenzkurs oder Onlinekurs (empfohlen) |
| Wofür nötig? | für das Angeln auf Raubfische / vollen Schein |
Die genauen Bestehensregeln, Anmeldemodalitäten und Termine legt die zuständige Stelle fest. Mehr zum grundsätzlichen Ablauf einer Prüfung findest du auf unserer Seite zur Fischerprüfung.
Onlinekurs: Vorbereitung von zu Hause
Für die Raubfisch-Prüfung ist eine strukturierte Vorbereitung sinnvoll – du willst schließlich beim ersten Anlauf bestehen. Ein Online-Vorbereitungskurs ist die flexible Alternative zum Abendkurs. Anerkannte Anbieter bilden den kompletten Prüfungsstoff ab, du lernst per Video und App im eigenen Tempo und trainierst mit dem Brandenburger Fragenkatalog.
Die Vorteile im Überblick:
- Zeitlich flexibel – ideal neben Job, Ausbildung oder Familie
- Alle Prüfungsfragen des Brandenburger Katalogs zum Üben
- Lernen per Smartphone, Tablet und PC
- Häufig mit Bestehens-Garantie (je nach Paket)
Der Onlinekurs richtet sich an alle, die auf Raubfisch angeln oder den vollen Fischereischein wollen. Wer ausschließlich auf Friedfische angelt, braucht ihn streng genommen nicht – gutes Grundwissen schadet aber nie und macht dich am Wasser sicherer.
Fischerprüfung in Brandenburg online vorbereiten
Bereite dich flexibel von zu Hause auf die Raubfisch-Prüfung vor – und geh bestens vorbereitet in den Prüfungstermin.
Kosten & Fischereiabgabe in Brandenburg
Brandenburg ist besonders günstig, solange du nur auf Friedfische angelst: Dann brauchst du im Wesentlichen nur die Fischereiabgabemarke und den Erlaubnisschein fürs Gewässer. Erst mit der Raubfisch-Prüfung kommen Vorbereitungskurs und Prüfungsgebühr hinzu. Als grobe Orientierung:
| Kostenpunkt | Betrag (Richtwert) |
|---|---|
| Fischereiabgabemarke (Friedfisch & Raubfisch) | i. d. R. wenige Euro pro Jahr |
| Erlaubnisschein / Angelkarte (pro Gewässer) | sehr unterschiedlich, ab wenigen Euro |
| Vorbereitungskurs (nur für Prüfung, Präsenz oder online) | ca. 90–200 € |
| Prüfungsgebühr (nur für Raubfisch-Prüfung) | ca. 30–60 € |
| Fischereischein (nach Prüfung, je nach Laufzeit) | kleiner ein- bis zweistelliger Betrag |
Für das reine Friedfischangeln kommst du damit oft mit sehr überschaubaren Kosten aus. Eine detaillierte, deutschlandweite Aufschlüsselung findest du auf der Seite Angelschein Kosten.
Fischereischein in Brandenburg beantragen
Die Fischereiabgabemarke bekommst du an den dafür vorgesehenen Ausgabestellen; sie ist die Grundlage sowohl fürs Friedfischangeln als auch – zusätzlich zum Schein – fürs Raubfischangeln. Den Fischereischein für den Raubfischbereich beantragst du nach bestandener Prüfung bei der zuständigen Stelle. Dafür brauchst du in der Regel:
- das Prüfungszeugnis der bestandenen Fischerprüfung
- ein gültiges Ausweisdokument
- ggf. ein Passbild
- die Zahlung von Scheingebühr und Fischereiabgabe
Wie es mit der Gültigkeit des Scheins weitergeht, erklärt unsere Seite Angelschein verlängern.
Welche Fische prüfungsfrei erlaubt sind, wie hoch die Fischereiabgabe ausfällt und welche Fristen gelten, kann sich ändern und je nach Landkreis abweichen. Verbindliche Informationen erhältst du bei der zuständigen Fischereibehörde/deinem Landkreis sowie beim Landesanglerverband Brandenburg e.V. Diese Seite dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine amtliche Auskunft.
Jugendfischereischein in Brandenburg
Auch Kinder und Jugendliche kommen in Brandenburg unkompliziert ans Wasser. Über die einsteigerfreundliche Friedfischregelung sowie – für den Raubfischbereich – den Jugendfischereischein können jüngere Angler oft schon früh und teils in Begleitung einer erwachsenen Person angeln. So sind gemeinsame Familienausflüge ans Ufer besonders einfach.
Die genauen Altersgrenzen und Bedingungen legt die zuständige Behörde fest. Mehr Details findest du auf unserer Seite Jugendfischereischein.
Erlaubnisschein & Angelkarte
Ob Friedfisch oder Raubfisch: Zum Angeln an einem bestimmten Gewässer brauchst du immer einen Erlaubnisschein (Angelkarte). Diesen bekommst du beim jeweiligen Fischereiberechtigten – häufig ein Angelverein, die Kommune oder ein privater Eigentümer. Tages-, Wochen- und Jahreskarten sind üblich; die Preise variieren je nach Gewässer und Fischbestand.
Achte immer auf die gewässerspezifischen Regeln zu Schonzeiten, Mindestmaßen und Fangbegrenzungen – und darauf, dass deine Papiere zum angezielten Fisch passen (Friedfisch vs. Raubfisch). Wer regelmäßig angeln möchte, tritt oft einem Angelverein bei.
Brandenburg und das eingeschlossene Berlin gehen beide eigene Wege. In Brandenburg darfst du auf Friedfische ganz ohne Fischereischein angeln (nur Abgabemarke + Erlaubnisschein). In Berlin brauchst du dagegen für Friedfische einen Fischereischein – allerdings ohne Prüfung. Wer in beiden Regionen angeln will, sollte die Unterschiede kennen.
